Sind Designer die neuen Unternehmensberater ?

Es war mir eine große Freude, auf Einladung von Stefan Wacker, einen Beitrag zu den „Service Design Drinks Nürnberg #10“ leisten und einen Vortrag halten zu dürfen. Die Veranstaltung fand mit ca. 100 Besuchern in den schönen Räumen des Sponsors Design Offices im Königstorgraben 11 (5. Etage), nicht weit vom Nürnberger Hauptbahnhof statt. Medien- und Kooperationspartner sind u.a. BayernDesign. Das Vortragsformat findet regelmäßig statt.

Publikum im Seminarraum der Agentur Design Offices.Publikum im Seminarraum der „Design Offices Nürnberg“ (Foto: Bogdan Itskovskiy)

Ablauf des Abends:
ab 18.30 Uhr – Ankommen in den Design Offices Nürnberg City (DO Eatery, 5. Stock)
ca. 19.00 Uhr – Begrüßung
ca. 19.15 Uhr – Vortrag von Prof. Torsten Stapelkamp, Hochschule Hof
ca. 20.00 Uhr – Diskussion zum Vortrag, fachlicher Austausch, Kennenlernen, Netzwerken
Ende gegen 22.00 Uhr

Was passiert bei den „Drinks“?
Auch Nürnberg, die Stadt, in der die Global Service Jams erdacht wurden, hat nun seit Anfang 2016 seine „Service Design Drinks“. Hier treffen sich Service Design-Interessierte zum Gedankenaustausch, inspiriert durch einen ca. 30 bis 45-minütigen Vortrag. All das in lockerer Atmosphäre bei einem Getränk.

 

Bei den „Service Design Drinks Nürnberg #10“ stellte ich in meinem Vortrag die Frage: „Sind Designer die neuen Unternehmensberater ?“ Dies sollte nun nicht bedeuten, dass Designer die einzigen, zukünftigen Unternehmensberater sein werden. Aber wie bereits Peter Figge, damals Vorstandsmitglied und aktuell neuer Chef der Werbeagentur Jung von Matt, 2009 bestimmt nicht ohne Schmunzeln sagte, sollten sich Design-Agenturen vielleicht nicht unbedingt als Unternehmensberater, aber durchaus als beratendes Unternehmen verstehen. Es steht außer Frage, dass Designer eine beratende Tätigkeit ausüben und zwangsläufig Unternehmensberater sind, auch wenn sie nicht unbedingt als solche auftreten und als solche nicht wahrgenommen werden. Hier sind die Designer gefragt, an ihrem MindSet und ihrem eigenen Corporate zu arbeiten.

„Wir sind keine Unternehmensberater, aber wir verstehen uns durchaus als beratendes Unternehmen“,
Peter, Figge, Jung von Matt, 2009

Für Designer ist es durchaus erstrebenswert, ihre beratende Funktion deutlicher herauszustellen, um überhaupt als Berater wahrgenommen zu werden. Die Methoden des „Service Design“ und insbesondere der von mir in meinem aktuellen eBook „Service Design is making Sense – Handbuch für Erfolge“ beschriebene „Service Design Prozess 4+1“ können dabei behilflich sein.

Torsten Stapelkamp während seines Vortrags "Sind Designer die neuen Unternehmensberater?".

Torsten Stapelkamp beim vortragen (Foto: Bogdan Itskovskiy)

 

Durch den „Service Design Prozess 4+1“ lernen Designer und deren Auftraggeber, „Gestaltung“ und „Design“ zu differenzieren, und Design-Agenturen als beratende Unternehmen wahrzunehmen. Diese Differenzierung und die Methoden des „Service Design Thinking“ werden es den Auftraggebern von Designern leichter machen, die Funktion von Designern und die Bedeutung von Design besser zu verstehen, da sie in die Abläufe des Design-Entwicklungs-Prozesses besser eingebunden werden.

Grafische Darstellung von Gestaltung versus Design.

„Service Design Prozess 4+1“ – „Design“ ist der gesamte Prozess und „Gestaltung“ nur ein Teil davon (Grafik: Torsten Stapelkamp)

 

In Zeiten der Digitalisierung wird es um so wichtiger, sich als Designer vom Gestalter zu unterscheiden und zusätzlich als Berater wahrgenommen zu werden. Gestaltung wird schließlich erst auf Basis methodisch ermittelter Erkenntnis (aus den ersten 4 Etappen) möglich und macht zwangsläufig vom zeitlichen Aufwand her oft nur 30% der gesamten Design-Tätigkeit aus. Die Trivialisierung des Gestaltungs-Begriffs hat längst begonnen. Schließlich gibt es viele Tools, um sich gestalterisch betätigen zu können. Einige davon ermöglichen durchaus ansehnliche Ergebnisse und hinterlassen beim Nutzer den Eindruck, bereits per Knopfdruck Gestalter zu sein. Künstliche Intelligenz (KI) wird es auch bei der Gestaltung ermöglichen, nicht nur quantitativ, sondern zunehmend auch qualitativ automatisieren zu können. Die Adobe Creative Cloud füttert jeder Nutzer und das Profil-Portal Behance bestätigt als Bewertungs-Tool, was allgemein als gelungen gilt. So lernt die KI, um aus sich heraus wachsen zu können.

Gestaltung ist aber auch „nur“ Gestaltung. Design hingegen ist der gesamte Prozess von Beratung, Planung UND Umsetzung. Die Herausforderungen der Digitalisierung bedrängen Designer gleichermaßen wie deren potenziellen Auftraggeber. Gefragt sind kreative Generalisten, die beraten, planen UND auch gleich umsetzen können – Designer sind die neuen Unternehmensberater.
Schließlich liefern Designer das gesamte Paket: Beratung, methodische Entwicklung, Gestaltung UND die Umsetzung. Die Strategie dazu nenne ich „Service Design Prozess 4+1“, nachzulesen in meinem aktuellen Buch „Service Design is making Sense – Handbuch für Erfolge“, April/2018 publiziert im eigenen Verlag „design is making sense“ als eBook (Apples iBooks und PDF).

 

Beschreibung zum eBook 
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