Navigation – Ein Problemlösungsprozess

Allein das Bewegen innerhalb eines Raums, sei er nun real oder virtuell, ist aber nicht grundsätzlich mit dem Vorgang der Navigation gleichzusetzen, denn sie bedeutet nicht nur Positionswechsel. Einer Navigation geht immer eine Absicht voraus. Navigieren ist ein zielgerichteter Vorgang, der Orientierung voraussetzt. Der Navigation muss demnach neben der Orientierung auch eine Motivation vorausgehen. Bereits durch das Suchen von entsprechenden Merkmalen findet eine Navigation statt. Der Anwender will und muss navigieren, um, in welcher Umgebung auch immer, Informationen zu finden. Dafür sollte man ihm Werkzeuge bereitstellen. Diese Werkzeuge müssen aber nicht zwangsläufig der realen Welt entlehnt sein. Hier gilt dasselbe wie beim Thema ›Orientierung‹ in diesem Kapitel, nämlich angemessen für die jeweilige reale bzw. virtuelle Umgebung zu gestalten. Mit der Orientierung bemüht man sich, die Fragen nach dem ›Wo‹ und ›Was‹ zu beantworten. Navigationswerkzeuge sind ein Angebot, um nach dem ›Wie‹ fragen oder einfach nur die Richtungen bestimmen zu können. Navigieren ist demnach ein Problemlösungsprozess.

Mit der Orientierung stellt man nur fest, wo oder in welch einer Umgebung bzw. Situation man sich befindet. Mit Navigation bewegt man sich sowohl im Raum, als auch in den Möglichkeiten, die sich einem bieten. Mit Navigation kann man die Möglichkeiten nutzen und eventuell auch gestalten und verändern. Sie schafft Perspektiven. Navigation ist ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Erzählform, ob linear, nonlinear oder interaktiv (siehe unter ›Erzählformen‹ im Kapitel ›Interactiondesign‹). Beim Lesen einer Geschichte navigiert man in den Perspektiven der Möglichkeiten, indem man Vermutungen anstellt über den Fortgang der im Buch beschriebenen Einzelschicksale oder Ereignisse. Informationen werden dabei mit Assoziationen verknüpft, so dass Vermutungen angestellt werden können, die sich im Verlauf der Erzählung aber nicht unbedingt bewahrheiten müssen. Die Assoziationen und die daraus resultierenden Mutmaßungen beruhen auf Fähigkeiten, Erfahrungen oder Wissen. Dies gilt für alle Navigationsformen, sei es in der realen oder virtuellen Welt, an Hard- oder Software. Beim Anbieten von Navigationswerkzeugen für Erzähl- oder Nutzformen jedweder Art kann der Autor bzw. Gestalter beim Anwender auf Erfahrungen bzw. Wissen aufbauen. Und so können durchaus abwegige, nicht direkt zu durchschauende Navigationsformen entwickelt werden, um für den Anwender eine echte Herausforderung im Erzählerischen oder in der Interaktion mit den Inhalten oder Funktionen zu schaffen. Der Raum, in dem navigiert wird, kann dabei völlig frei erfunden sein. Ziel bleibt es aber, mit interessanten Navigationsformen Klarheit in der Orientierung, nicht etwa Einfachheit zu erreichen. Einfachheit bedeutet häufig, Perspektiven auszuklammern, Klarheit hingegen alle Möglichkeiten zu eröffnen, diese aber, je nach Erzähl- bzw. Nutzform oder Situation, skalieren oder sich auf eine konzentrieren zu können. Es sollte dem Anwender vorbehalten bleiben, die Reduktionsarten und deren Konsequenz steuern zu können.

Die Navigationsmöglichkeiten definieren die Varianz des Zugangs zu Inhalten. Die klassischen Navigationsformen sind jene über ein Menü, mit Hilfe eines Inhaltsverzeichnisses bzw. über eine Suchfunktion. Wie komplex die Navigationsangebote sind, hängt in erster Linie von den technischen Möglichkeiten des Systems ab, auf dessen Basis die Umgebung beruht. Technische Möglichkeiten können echte Navigationsvorteile bieten wie z. B. eine assoziative Suche, wenn man beispielsweise einen Musiktitel sucht, aber weder den Titel noch den Interpreten kennt. Auf der Internetseite www.hifind.com können mithilfe mehrerer verschiedener Zugangswege Musiktitel ausgewählt werden. Ähnlich klingende Titel können abgerufen oder Musikstücke nach ›Genre‹ (Pop, Rock, House, etc.), ›Stimmungen‹ (romantisch, traurig, meditativ etc.), ›Tempo‹, ›Instrumente‹ oder unter ›Situation‹ mit Begriffen wie ›Party‹, ›Abendstimmung‹, ›Autofahren‹ etc. sortiert werden. Des Weiteren können mit genaueren Angaben über Besetzung, Tonart und Text Eingrenzungen vorgenommen werden.

Die Internetseite von Hifind ermöglicht eine Musikauswahl über mehrere verschiedene Zugangswege (www.hifind.com).

Die Internetseite von Hifind ermöglicht eine Musikauswahl über mehrere verschiedene Zugangswege (www.hifind.com).

 

Die Navigationsformen sind je nach Technologie und eingesetzten Medien in unterschiedlichster Weise möglich bzw. eingeschränkt. Bei einer DVD-Video-Produktion z. B. sind die Navigationsangebote bedingt durch die DVD-Spezifikationen stark auf die Steuerung mit den Pfeiltasten der Fernbedienung beschränkt (siehe ›Fernbedienung‹ bzw. ›Interaktivität‹ im Kapitel ›Interactiondesign‹). Die Nutzung der Angel-, der Sound- und der Untertiteltasten erweitern diese Navigationsmöglichkeiten allerdings. Dies genügt oft vollkommen für eine interessante Navigation, die viele Formen der Interaktion bietet. Viele Anwender begrüßen es zudem sehr, nicht mit scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten überfrachtet zu werden, sondern mit wenigen überschaubaren Mitteln bereits viel erreichen zu können.

Mit einer DVD-ROM bzw. Blu-ray Disc bzw. HD DVD bieten sich dann aber zusätzlich alle Möglichkeiten, die von der Nutzung von Internetseiten bzw. CD-ROM-Produktionen her bekannt sind, inklusive der Möglichkeit, die DVD und das Internet miteinander zu kombinieren.

Am Computer ergeben sich für den Anwender grundsätzlich die vielseitigsten Navigationsmöglichkeiten durch direkte Manipulation. Der Anwender kann mit Hilfe der Computer-Maus auf Elemente zeigen und diese Elemente mit einer durch den Cursor repräsentierten Hand greifen und bewegen. Dieser Vorgang vermittelt ihm die Illusion, dass Cursor und Maus eine Einheit bilden und unmittelbar mit dem Computer verbunden zu sein. Diese direkte Manipulation ist die intuitivste Form der Navigation und Interaktion, weshalb im Kapitel ›Navigationsformen‹ näher darauf eingegangen wird. Zuvor werden aber im Kapitel ›Navigationsstruktur‹ die wesentlichsten Verknüpfungsformen erläutert, die ein orientiertes und strukturiertes Navigieren durch Inhalte und Angebote überhaupt erst ermöglichen.

Navigationsstrukturen

Eine Navigationsstruktur dient zur Anzeige von Inhalten bzw. Möglichkeiten und zur Orientierung innerhalb dieser Angebote. Ihre Darstellung wird Strukturdiagramm bzw. Flowchart genannt. Genauere Einzelheiten zur Darstellung solcher Flowchart-Diagramme gibt es im Kapitel ›Flowchart‹. Verschiedenste Untersuchungen von Neurologen und Psychologen haben ergeben, dass sich die meisten Menschen maximal sieben Verzeichnisse einer Struktur merken bzw. diese nachvollziehen können. Daher ist es zu empfehlen, Navigationsstrukturen nie mit mehr als sieben Hauptverzeichnissen anzulegen, die wiederum jeweils maximal sieben Unterverzeichnisse haben sollten. Des Weiteren ist zu empfehlen, Kompromisse einzugehen, anstatt zu komplexe Hierarchien zu bilden.

Grundsätzlich sollten parallel zur Entwicklung der Strukturierung Anwenderbefragungen durchgeführt werden, um das eigene Vorhaben zu verifizieren (siehe ›Usability-Test‹ im Kapitel ›Usability‹).

Die wesentlichsten Verknüpfungsformen sind die folgenden:

Lineare Verknüpfung

Die lineare Navigationsstruktur ist die einfachste Struktur. Jedes Ziel setzt das Wissen oder die Information über den Ausgangspunkts voraus. Die miteinander verknüpften Punkte bauen aufeinander auf. Eine solche linear aufgebaute Struktur findet häufig für Lernsysteme, Tests oder Anmelde- und Bestellvorgänge Anwendung.

Lineare Verknüpfung

Lineare Verknüpfung

Hyperlink-Verknüpfung

Die Hyperlink-Navigation ist eine erweiterte Variante der linearen Struktur. Eine Hyperlink-Struktur ist ein nicht lineares Organisationskonzept. Es bietet die Möglichkeit, Anteile des Inhaltes zu überspringen und sie somit in selbstbestimmter Reihenfolge nicht linear wahrzunehmen. Es werden Querverweise erfahrbar und ergänzende oder verschiedene Sichtweisen darstellbar. Diese Verknüpfungsart eignet sich für Erzählformen und zur Wissensvermittlung gleichermaßen. Sie bietet Eigenschaften, die einer Erzählform ständig neue Ereignisse und plötzliche Wendungen ermöglicht und die einer Wissensvermittlung alle notwendigen Querverweise eröffnet.

Hyperlink-Verknüpfung

Hyperlink-Verknüpfung

Hierarchische Verknüpfung

Bei der hierarchischen Verknüpfung sind die Inhalte zu sinnvollen Einheiten zusammengefasst. Wegen seiner Darstellung wird diese Verknüpfungsform auch Baumstruktur genannt. Die Inhalte sind in einer Bedeutungsreihenfolge in verschiedene Navigationsebenen gegliedert. In der Regel wird horizontal die Themenbreite und vertikal die Thementiefe in entsprechenden Haupt- und Unterkapiteln definiert. Dies hat zur Folge, dass allgemeine Informationen auf den übergeordneten Seiten und detaillierte bzw. spezielle Informationen auf den untergeordneten Seiten dargestellt werden. Bei einer solchen Verknüpfungsform können auch große Informationsmengen übersichtlich dargestellt werden. Eine hierarchische Verknüpfung kann durchaus mit den Eigenschaft en der Hyperlink-Verknüpfung kombiniert werden. Dies wird immer dann sinnvoll, wenn, der Hierarchisierung zum Trotz, Querverweise zwischen verschiedenen Kapiteln möglich bzw. notwendig werden (siehe auch weiter unten im Textabschnitt ›Navigationsformen‹ und dort unter ›Hierarchische Navigationssysteme‹).

Hierarchische Verknüpfung

Hierarchische Verknüpfung

Netzwerkartige Verknüpfung

Die Netzstruktur ähnelt im Aufb au der hierarchischen Baumstruktur. Die netzwerkartige Verknüpfung gibt allerdings keine Verbindungsstruktur vor. Jeder Inhalt kann mit den anderen, direkt angrenzenden Inhalten verbunden sein. Weit entfernte Inhalte können allerdings nicht über einen Hyperlink, sondern nur über den Umweg über die jeweiligen zu überwindenden Inhalte bis zur Zielanknüpfung erreicht werden.

Netzwerkartige Verknüpfung

Netzwerkartige Verknüpfung

Einzelbild-Struktur

Eine Einzelbild-Struktur bildet sich aus Verknüpfungen ohne Hierarchie. Es gibt nur benachbarte Seiten. Dem Anwender vermittelt sich der Eindruck, als bliebe er in ein und derselben Hierarchieebene, deren Inhalte er aber variieren kann, wobei das Schema der Wiedergabe beibehalten wird. Diese Struktur findet Anwendung, wenn z. B. Varianten eines Inhaltes dargestellt werden, ohne dass dabei gleich ein Kapitelwechsel stattfindet. Dazu zählt z. B. das Durchblättern einer Bildergalerie, eines Textes o. ä.

Einzelbild-Struktur

 

Im Kapitel ›Flowchart‹ werden neben der Erläuterung der Notwendigkeit, Absicht und Funktion von Flowcharts eine Reihe von Beispielen aus der Praxis gezeigt, die verdeutlichen sollen, wie durch Flowcharts Navigationsstrukturen sichtbar gemacht werden bzw. wie durch die Darstellung der Navigationsstrukturen die Verknüpfung von Inhalten, deren Bedeutungen und Kombinationsmöglichkeiten nachvollziehbar kommuniziert werden. Es wird deutlich, dass es Inhalte gibt, die erst durch die Vernetzung mehrerer Informationen erkannt werden. Inhalte können darüber hinaus oft erst mit Hilfe einer Struktur in einen Zusammenhang gebracht werden. Und auch erst dann besteht die Chance, dass mit ihnen neue Erkenntnisse gewonnen werden können.

Die oben genannten Navigationsstrukturen sind nur die Möglichkeiten der Verbindungen. Mit einem Flowchart werden diese Möglichkeiten genutzt, um Zusammenhänge zu ordnen und sichtbar zu machen. Ein Flowchart kann aber auch aufzeigen, wie diese Möglichkeiten variabel eingesetzt werden können.

Navigationsformen

Grundsätzlich gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Formen der Navigation und Interaktion, die einem das Durchqueren, Durchleben und Durchsuchen von Funktionen, Datenansammlungen, Informationsangeboten und Inhalten ermöglichen. Je nach Eigenschaften der jeweiligen Medien und deren Technologien variieren diese Navigationsformen und deren Qualitäten. Mit Medien sind nicht nur elektronische und digitale Medien gemeint. Produkte mit mechanischen Funktionen sind hierbei ebenso zu berücksichtigen. Auch Printmedien bieten Formen der Navigation und Interaktion an. So bietet ein Buch in der Regel einen eindeutigen Startpunkt und mit seinem Inhaltsverzeichnis, den Kapitelnamen und den Seitenzahlen eine klare Navigationsstruktur. Außerdem vermittelt die Dicke eines Buches die Menge an Daten, aber auch die Stelle, an der man sich gerade beim Lesen befindet. Die jeweils gewünschten Stellen lassen sich bei Bedarf zudem mit Stift, ›Eselsohr‹ oder Lesezeichen markieren, um jederzeit zur gewünschten Stelle zurücknavigieren zu können oder um Marken für Bezüge und Verlinkungen zu setzen. Fußnoten und Literaturlisten erweitern diese Form der Navigationsverlinkung. Die Navigation durch Printmedien muss demnach nicht zwangsläufig linear vollzogen werden, sondern kann und muss bisweilen über Hyperlinks erfolgen. In diesem Zusammenhang wäre noch der Talmud zu erwähnen. Im Kern besteht er aus Mischna, jenem Teil der Tora, den Gott Moses am Berg Sinai mündlich offenbarte, und Gemara, der zweiten Schicht des Talmud, die aus Kommentaren und Analysen zur Mischna besteht und somit eine direkte Verlinkung zur Mischna darstellt. Die Kommentare sind Ergebnis umfangreicher Diskussionen unter jüdischen Gelehrten, weshalb zusätzlich zur direkten Verlinkung der Texte noch zu erwähnen ist, das man in Talmud-Schulen das Lesen selbst nicht auf ein passives Empfangen reduziert sehen wollte, sondern als methodischen Zugang zum heiligen Text empfahl, um aktiv, genauer gesagt, um interaktiv zu lesen. Die Chavruta, das traditionelle jüdische Torastudium, setzt einen sozialen Zusammenhang voraus. Der Talmud verlangt: ›Findet euch zum Torastudium in Gruppen zusammen, da die Weisheit der Tora ausschließlich gemeinsam erlangt werden kann.‹ (Berakhot 63b). Demnach sind Teile des Talmud das Ergebnis interaktiven Handelns und die Interpretation seiner Inhalte erschließen sich dem Leser durch nonlineare Navigation.

Talmudseite aus dem Steinsalz-Talmud

Talmudseite aus dem Steinsalz-Talmud.

Eine weitere Form des nonlinearen Lesens stellt das Fotoreading dar, welches insbesondere Comics bieten können. Womit ein weiteres Mal deutlich wird, dass auch mit und durch Printmedien die Möglichkeiten linearer, nonlinearer und interaktiver Navigationsformen genutzt werden können.

Im Folgenden werden alle wesentlichen Navigationsformen aufgelistet und kurz erläutert. Für die Wahl der passenden Navigationsform ist es eigentlich fast nie wesentlich, welches Medium zum Einsatz kommt, sondern nur, welche Absicht man verfolgt bzw. welchen Inhalt man vermitteln oder in welchem Kontext man ihn darstellen möchte. Daher werden die idealtypisch anzuwendenden Medien nur vereinzelt vorgestellt.

Direkte Manipulation

Die direkte Manipulation ist die unmittelbarste Form der Navigation. Die grafische Benutzeroberfläche eines Computerbetriebssystems, die Tastatur und insbesondere die Maus bieten dem Anwender diese Illusion, direkt eingreifen zu können. Quasi mit verlängertem Arm, da die physikalisch greifbare Computer-Maus und der virtuelle Cursor als eine Einheit wahrgenommen werden. Der Computer-Maus-Cursor steigert diese Illusion durch seine Iconsymbolik (siehe auch ›Icon‹ im Kapitel ›Informationsdesign‹). Mal wird der Cursor als offene Hand dargestellt, die zugreift, sobald man die Maus-Taste betätigt, und mal wird der Cursor z. B. in Grafikprogrammen als das vorher ausgewählte Werkzeug dargestellt, mit dem die beabsichtigten Funktionen ausgeübt werden können. Direkter kann eine Manipulation wohl kaum interpretiert, umgesetzt bzw. wahrgenommen werden.

Wesentliche direkte Manipulationen stellen das Greifen von Gegenständen bzw. Werkzeugen und das Verschieben von vertikalen, horizontalen und diagonalen Achsen dar. Dies wird auch ›Drag ín Drop‹-Manipulation genannt. Mit dem Verschieben in allen Achsen kann entweder eine Arbeitsfläche verschoben werden, die größer ist, als der durch den Monitor eingeschränkte sichtbare Bereich, oder es kann das Rotieren eines Objektes in alle Richtungen ermöglicht werden bzw. das Bewegen einer Textfläche, das so genannte scrolling. Das Werkzeug zum Bewegen des Ausschnitts wird Scrollbar bzw. Scrollbalken genannt und die Verschiebungsrichtung findet bei Texten in der Regel in Leserichtung vertikal von oben nach unten statt. Die Weiterentwicklung des einfachen Scrollbalkens lautet proportionaler Scrollbalken und zeigt nicht nur die Position eines Ausschnittes an, sondern zusätzlich durch die Länge des anzufassenden Bereichs auch die relative Menge des sichtbaren Bereichs.

Drag and Drop. Manipulation durch Greifen und Verschieben von Elementen bzw. Werkzeugen.

Drag and Drop. Manipulation

durch Greifen und Verschieben

von Elementen bzw. Werkzeugen.

 

Scrollbalken. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf einer horizontalen bzw. vertikalen Achse am Beispiel von Scrollbalken.

Scrollbalken. Manipulation durch

Greifen und Verschieben auf einer

horizontalen bzw. vertikalen Achse

am Beispiel von Scrollbalken.

Das vertikale Verschieben einer Achse kann dabei ebenso das Verschieben einer Zeitachse symbolisieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich in Abhängigkeit des Kulturkreises die Leserichtungen unterscheiden und dass je nach Leserichtung eine horizontale Bewegung nach rechts bzw. nach links als Bewegen in die Zukunft oder in die Vergangenheit interpretiert werden kann.

Das Verschieben in eine diagonale Achse könnte als Zoom, als ein Verschieben in einen Raum hinein oder aus ihm heraus gedeutet werden. Mit einer Zoom-Funktion kann eine Abbildung als Vergrößerung oder Verkleinerung dargestellt werden oder dem Anwender die Illusion vermitteln, dass er sich innerhalb eines Umfeldes räumlich hineinbegeben kann.

Diese Raum-Illusion, die Bewegung in einen Raum hinein, kann z. B. dadurch vorgetäuscht werden, dass sich ein Gegenstand verkleinert oder vergrößert, je nachdem, ob man ihn in einem virtuellen Raum in den Vordergrund oder nach hinten bewegt. Verstärken lässt sich eine räumliche Täuschung noch durch ein Verblassen der Farben, je tiefer ein Gegenstand in den virtuellen Raum hinein verschoben wird.

Auch dies stellt eine direkte und unmittelbar erlebbare Manipulation dar. Für die Illusion einer direkten Manipulation ist bei all diesen Manipulationsangeboten entscheidend, dass eine sofortige Rückkopplung zwischen der Aktion des Anwenders und der Reaktion des Mediums gewährleistet ist. Nur dann ist ein zeitnahes Reagieren und korrigierendes Eingreifen des Anwenders möglich (siehe auch im Kapitel ›Interactiondesign‹ und dort unter ›Menü-Varianten‹).

Navigations-Matrix. Sie ermöglicht das Verschieben einer Arbeitsfläche bzw. kann das Verschieben innerhalb einer Zeitachse symbolisieren.

Navigations-Matrix. Sie ermöglicht das Verschieben einer Arbeitsfläche bzw. kann das Verschieben innerhalb einer Zeitachse symbolisieren.

Zoom und Rotation. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf allen Achsenebenen (horizontal, vertikal, diagonal), um ein Objekt zu verschieben bzw. um es zu rotieren. Durch proportionale Veränderung der Größe, der Farbintensität und der Bildschärfe der bewegten Elemente kann die Objekthaftigkeit und die Raumillusion verstärkt werden. (Design: Torsten Stapelkamp)

Zoom und Rotation. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf allen Achsenebenen (horizontal, vertikal, diagonal), um ein Objekt zu verschieben bzw. um es zu rotieren. Durch proportionale Veränderung der Größe, der Farbintensität und der Bildschärfe der bewegten Elemente kann die Objekthaftigkeit und die Raumillusion verstärkt werden. (Design: Torsten Stapelkamp)

Zoom und Rotation. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf allen Achsenebenen (horizontal, vertikal, diagonal), um ein Objekt zu verschieben bzw. um es zu rotieren. Durch proportionale Veränderung der Größe, der Farbintensität und der Bildschärfe der bewegten Elemente kann die Objekthaftigkeit und die Raumillusion verstärkt werden. (Design: Torsten Stapelkamp).

 

Zoom. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf einer diagonalen Achse bzw. scheinbar in den virtuellen Raum hinein. Diese Illusion wird hier durch die Veränderung der Größen des Rings und der Cursor-Hand erreicht, wenn diese in den Raum hinein bewegt werden. (Design: Torsten Stapelkamp) Zoom durch Lupe. Mit einem Lupenwerkzeug kann man in einen Raum hineinzoomen bzw. sich Details vergrößert darstellen lassen.

Zoom. Manipulation durch Greifen und Verschieben auf einer diagonalen Achse bzw. scheinbar in den virtuellen Raum hinein. Diese Illusion wird hier durch die Veränderung der Größen des Rings und der Cursor-Hand erreicht, wenn diese in den Raum hinein bewegt werden. (Design: Torsten Stapelkamp)

 

Zoom durch Lupe. Mit einem Lupenwerkzeug kann man in einen Raum hineinzoomen bzw. sich Details vergrößert darstellen lassen.

Zoom durch Lupe. Mit einem Lupenwerkzeug kann man in einen Raum hineinzoomen bzw. sich Details vergrößert darstellen lassen.

Hierarchische Navigationssysteme

Bei einem hierarchischen Navigationssystem sind die Kapitel entweder in einer Bedeutungs- oder in einer Themenreihenfolge sortiert. Beim vertikalen und horizontalen Menü lassen sich mehrere Hierarchieebenen gleichzeitig abbilden. ‹blich sind zwei Ebenen, die der Haupt- und die der Unterthemen (siehe auch weiter oben im Textabschnitt ›Hierarchische Verknüpfung‹).

Typische Navigationsformen für Internetseiten, hier am Beispiel der Internetseite der FH Bielefeld, www.fh-bielefeld.de

Typische Navigationsformen für Internetseiten, hier am Beispiel der Internetseite der FH Bielefeld, www.fh-bielefeld.de

 

  • Horizontales Menü
  • Vertikales Menü
  • Pulldown-Menü
  • Generische Navigation
  • Textlinks
  • Navigationspfad

 

Das horizontale (A) und vertikale Menü (B) lassen sich mit einem PulldownMenü (C) ergänzen. Dieses ist in der Regel Teil eines hierarchischen Navigationssystems und stammt ursprünglich aus der Menüsteuerung von Betriebssystemen. Ein Pulldown-Menü kann das vorhandene Menü erweitern, ohne optisch im Wege zu sein, solange es eingerollt ist, muss aber nicht unbedingt Teil eines horizontalen oder vertikalen Menüs sein. Es kann auch z. B. als Schubladenmetapher in ein Screendesign integriert sein und mit Hilfe von Abbildungen mehrere Auswahlmöglichkeiten anbieten.

Das Angebot eines Pulldown-Menüs wird immer erst angezeigt, wenn Bedarf besteht bzw. wenn es ausgewählt wurde. Ein Pulldown-Menü ist demnach platzsparend und stellt zudem für den Anwender eine bewusste Auswahlentscheidung dar, allerdings nur, wenn er weiß, was er mit Hilfe des Pulldown-Menüs auswählen kann bzw. es auf Grund seines Beschriftung oder seiner Abbildungen unmissverständlich antizipieren kann. Ansonsten stellt ein Pulldown-Menü ein unübersichtliches Navigationshilfsmittel dar, das zudem nur eine verlangsamte Form der Navigation ermöglicht, wenn der Anwender erst überprüfen muss, ob es für ihn überhaupt relevante Navigationsangebote bietet.

Pulldown-Menü von oben (C), beim Mac OS X Betriebssystem.

Pulldown-Menü von oben (C), beim Mac OS X Betriebssystem.

 

Pulldown-Menü, bei der CD-ROMProduktion ›Ron Arad interactive‹ von activ8 (Lino Wiehen, Torsten Stapelkamp, David Oswald). Dieses Pulldown-Menü fährt von rechts nach links ins Bild, sobald man oben rechts den Produktnamen mit der Computer-Maus berührt.

Pulldown-Menü, bei der CD-ROMProduktion ›Ron Arad interactive‹ von activ8 (Lino Wiehen, Torsten Stapelkamp, David Oswald). Dieses Pulldown-Menü fährt von rechts nach links ins Bild, sobald man oben rechts den Produktnamen mit der Computer-Maus berührt.

Generische Navigation (D) Eine generische Navigation bietet eine Auswahlmöglichkeit, die trotz wechselnden Menüs und Inhaltsebenen immer identisch ist und an derselben Stelle erscheint. Eine solche Navigation besitzt stets die gleichen Funktionen oder wirkt zumindest im gleichen Kontext. Die häufigsten generischen Navigationsthemen bzw. -elemente bei Informations- und Funktionssoftware sind:

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Textlinks (E) Die in einem Text befindlichen Verweise stellen die Urform des Hyperlinks dar. Sie ermöglichen ein Verzweigen von Sachzusammenhängen, die im befindlichen Text nicht ausreichend dargelegt sind oder sie führen zum Beleg bzw. Beispiel des gerade Beschriebenen. Textlinks ermöglichen aber auch, Gedankengänge nachvollziehbar zu machen. Dies kann zu einer sehr komplexen Vernetzung von Informationen führen, aber auch zu dem bekannten ›lost in cyberspace‹. Textlinks sind zwar leicht durch Farbe und Unterstreichung zu identifizieren, und auch die bereits besuchten Textlinks lassen sich automatisch farblich markieren. Dennoch sind die vollzogenen Navigationspfade nur schwer zu merken und lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt kaum mehr erneut durchstreifen.

Navigationspfad/›Brotkrumen Navigation‹ (F) Mit der Auflistung des Navigationspfads wird dem Anwender verdeutlicht, welchen hierarchischen Pfad er innerhalb einer interaktiven Publikation bis zum Ziel gegangen ist. Dem Anwender wird damit das genaue Verzeichnis angezeigt, in dem sich die aktuelle Ansicht befindet. Diese Form der Navigation wird bevorzugt bei Internetseiten eingesetzt. Jeder einzelne Pfad kann in dieser Liste angewählt werden, um so in jede Ebene des Verzeichnisses zurückkehren zu können.

Sitemap

Eine Sitemap wird häufig bei komplexen Multimedia-Produktionen (Internetseite, CD-ROM, Kiosksystem etc.) angeboten, um, wie mit dem Inhaltsverzeichnis eines Printerzeugnisses, einen leicht überschaubaren ‹berblick über alle Inhalte zu ermöglichen. Mit einer Sitemap wird gleichermaßen eine Informationshierarchie abgebildet, die entweder alphabetisch sortiert ist oder Haupt- und Unterkapitel erkennen lässt. Weitere Varianten der Informationshierarchisierung befinden sich in ›Die Suche nach der Ordnung‹ im Kapitel ›Informationsdesign‹.

Sollte der Anwender allerdings den Eindruck gewinnen, dass eine Sitemap zwingend erforderlich wird, um einzelne Themenbereiche überhaupt erst finden zu können, so kann diese unbeabsichtigt zum Indiz für eine geringe Qualität des Interfacedesigns des interaktiven Produkts werden oder auch nur als ein solches Indiz missverstanden werden.

Eine Sitemap kann allerdings über die Gewährleistung von ‹bersichtlichkeit hinaus noch eine erweiterte Funktion haben, wenn mit ihr z. B. dargestellt wird, welche Bereiche bereits besucht wurden und welche sich darüber hinaus sonst noch anbieten.

Die Sitemap der DVD-Produktion ›Antizipation – Die Ursache liegt in der Zukunft‹. Der Inhalt wird auf den drei Ebenen ›Video‹, ›Focus‹ und ›References‹ behandelt. ›Examples‹ sind Unterkapitel von ›Focus‹. Das ›Video‹ setzt sich aus 18 einzelnen Videos zusammen (www.anticipation.info).

Die Sitemap der DVD-Produktion ›Antizipation – Die Ursache liegt in der Zukunft‹. Der Inhalt wird auf den drei Ebenen ›Video‹, ›Focus‹ und ›References‹ behandelt. ›Examples‹ sind Unterkapitel von ›Focus‹. Das ›Video‹ setzt sich aus 18 einzelnen Videos zusammen (www.anticipation.info).

Eine hierarchisch strukturierte Sitemap der CD-ROM ›Perspektive und Raumdarstellung‹ (von Torsten Stapelkamp). Durch Anwählen der Hauptthemen im unteren Bereich bewegt man sich in den virtuellen Raum hinein und erhält dort in den jeweiligen Tiefenebenen die Angabe der Unterkapitel. Die Themenbereiche, die bereits besucht wurden, sind hell markiert. Je nachdem, welches Kapitel angeklickt wurde, bauen sich darüber die jeweiligen Kapitelverzweigungen auf. Durch ‹berrollen der vorderen Vorhänge mit dem Computer-Curser werden die Kapitelreihen nach links bzw. rechts verschoben und somit auch die verdeckten Kapitel sichtbar

Eine hierarchisch strukturierte Sitemap der CD-ROM ›Perspektive und Raumdarstellung‹ (von Torsten Stapelkamp). Durch Anwählen der Hauptthemen im unteren mm Bereich bewegt man sich in den virtuellen Raum hinein und erhält dort in den jeweiligen Tiefenebenen die Angabe der Unterkapitel. Die Themenbereiche, die bereits besucht wurden, sind hell markiert. Je nachdem, welches Kapitel angeklickt wurde, bauen sich darüber die jeweiligen Kapitelverzweigungen auf. Durch ‹berrollen der vorderen Vorhänge mit dem Computer-Curser werden die Kapitelreihen nach links bzw. rechts verschoben und somit auch die verdeckten Kapitel sichtbar.

Die Sitemap der Internetseite von Audi (www.audi.de) ist unterteilt in die Bereiche ›Neuwagen‹, ›Gebrauchtwagen‹, ›Finanzdienste‹ und ›Journalisten‹ und ähnelt strukturell sehr dem Inhaltsverzeichnis eines Buches.

Die Sitemap der Internetseite von Audi (www.audi.de) ist unterteilt in die Bereiche ›Neuwagen‹, ›Gebrauchtwagen‹, ›Finanzdienste‹ und ›Journalisten‹ und ähnelt strukturell sehr dem Inhaltsverzeichnis eines Buches.

 

Sitemap und zugleich Menü der interaktiven Dokumentation der New Yorker U-Bahn. Der Anwender navigiert sich sprichwörtlich von Schicht zu Schicht (www.nationalgeographic.com/nyunderground).

Sitemap und zugleich Menü der interaktiven Dokumentation der New Yorker U-Bahn. Der Anwender navigiert sich sprichwörtlich von Schicht zu Schicht (www.nationalgeographic.com/nyunderground).

 

Die Sitemap der CD-ROM ›SLK-Klasse‹ zeigt nicht nur an, welche Kapitel und Unterkapitel man auswählen kann, sondern auch, welche man bereits gesehen hat. Sobald ein Unterkapitel besucht wurde, wird es in der etwas dunkleren linken Seite angezeigt. Die Themen auf der rechten Seite wurden noch nicht besucht (›SLK-Klasse‹, CD-ROM für Mercedes Benz, Scholz&Volkmer, www.s-v.de).

Die Sitemap der CD-ROM ›SLK-Klasse‹ zeigt nicht nur an, welche Kapitel und Unterkapitel man auswählen kann, sondern auch, welche man bereits gesehen hat. Sobald ein Unterkapitel besucht wurde, wird es in der etwas dunkleren linken Seite angezeigt. Die Themen auf der rechten Seite wurden noch nicht besucht (›SLK-Klasse‹, CD-ROM für Mercedes Benz, Scholz&Volkmer, www.s-v.de).

 

Imagemap

Imagemaps sind im Allgemeinen Darstellungen, die in einzeln erläuterte oder bezeichnete Bereiche aufgeteilt sind, wie z. B. die schematische Darstellung eines Schweins beim Metzger, die zeigt, von welchem Körperteil des Tieres das jeweilige Fleischstück stammt. Auch in Gebrauchsanleitungen werden die einzeln zu erläuternden Bauteile oft ebenso schematisch dargestellt. Da dem Anwender die fachbegrifflichen Bezeichnungen oft nicht bekannt sind, ist die Suche mit Hilfe einer Imagemap in der Regel einfacher als über eine Auflistung von Begriffen. Die Bandbreite an Imagemaps ist dementsprechend groß. Nahezu jede Form von Informationsvisualisierung kann als Imagemap bezeichnet werden, sofern sie bildbezogen und in einzelne erläuternde Bereiche aufgeteilt ist und sich nicht direkt als Mengen-Diagramm oder Tabelle zuordnen lässt. Imagemaps sind z. B. Stadtpläne, Streckennetze von Busse und Bahnen, schematische Darstellungen etc.

Bei interaktiven Medien und insbesondere bei Internetseiten bezeichnet man Bilder als Imagemap, die in Themenbereiche aufgeteilt sind, die jeweils mit einem Computer-Maus-Klick ausgewählt werden können. Solche Imagemaps werden oft als Menü genutzt. Damit der Anwender die anwählbaren Bereiche erkennen kann, verändert sich in der Regel das Computer-Cursor-Icon zu einem entsprechenden Symbol (z. B. Klickfinger), sobald die jeweiligen Bereiche mit dem Cursor überrollt werden. Je nach Inhalt und Zielgruppe kann mit einem Erklärungstext darauf hingewiesen werden, welche der im Bild befindlichen Bereiche anwählbar sind und welche Inhalte sie repräsentieren.

Die Regionen dieser Landkarte können ausgewählt werden, um die jeweiligen Ausschnitte der Karte zu vergrößern und die einzelnen Staaten dieser Regionen zu zeigen. Durch Anwählen einzelner Staaten erhält man ausführliche Text- und Bildinformationen (www.lonelyplanet.com/worldguide).

Die Regionen dieser Landkarte können ausgewählt werden, um die jeweiligen Ausschnitte der Karte zu vergrößern und die einzelnen Staaten dieser Regionen zu zeigen. Durch Anwählen einzelner Staaten erhält man ausführliche Text- und Bildinformationen (www.lonelyplanet.com/worldguide).

 

Mit dieser Darstellung und Aufteilung eines Herzens wird die Navigation durch bestimmte Themenbereiche ermöglicht (© Patrick J. Lynch, Yale University School of Medicine).

Mit dieser Darstellung und Aufteilung eines Herzens wird die Navigation durch bestimmte Themenbereiche
ermöglicht (© Patrick J. Lynch, Yale University School of Medicine).

 

Abbildung aus der Gebrauchsanweisung eines Zweikanal-Oszilloskops.

Abbildung aus der Gebrauchsanweisung eines Zweikanal-Oszilloskops.

Gebrauchsanleitung des Envoy Wireless Communicators von Motorola, der das Magic Cap Betriebssystem nutzt.

Gebrauchsanleitung des Envoy Wireless Communicators von
Motorola, der das Magic Cap Betriebssystem nutzt.

 

Abbildung aus der Gebrauchsanweisung der 6 ◊ 6 Spiegelreflexkamera Kiev 88. Die schematische Darstellung von Gebrauchsgegenständen erleichtert quasi als Inhaltsverzeichnis die Navigation durch deren Funktionen. Die Nummern weisen den Weg zur jeweiligen Erläuterung und von dieser zum jeweiligen Bauteil bzw. Funktionselement.

Abbildung aus der Gebrauchsanweisung der 6 ◊ 6 Spiegelreflexkamera Kiev 88. Die schematische Darstellung von Gebrauchsgegenständen erleichtert quasi als Inhaltsverzeichnis die Navigation durch deren Funktionen. Die Nummern weisen den Weg zur jeweiligen Erläuterung und von dieser zum jeweiligen Bauteil bzw. Funktionselement.

 

Anker-Navigation

Internetseiten besitzen zur Gliederung häufig Inhaltsverzeichnisse mit den ‹berschrift en der einzelnen Textabschnitte. Diese ‹berschriften bzw. Bezeichnungen führen direkt zum Ankerpunkt, zu der entsprechenden Stelle im Text bzw. auf der Internetseite. Diese Form der Navigation ist in erster Linie von langen Internetseiten her bekannt, lässt sich aber auch für alle anderen interaktiven Darstellungsmedien nutzen, bei denen die Notwendigkeit, Text und Flächen scrollen zu müssen, mit Hilfe der Anker-Navigation vermieden werden soll. In der Regel befindet sich auf solchen Seiten in regelmäßigen Abständen zusätzlich ein Button, mit dem man direkt an den Anfang einer Seite, zum Inhaltsverzeichnis bzw. zum Hauptmenü zurück navigieren kann. Als Alternative kann das Inhaltsverzeichnis ständig parallel zum Inhalt angezeigt sein, so dass jederzeit zwischen den Kapiteln bzw. Inhaltsabschnitten navigiert werden kann.

Durch Anwählen der Themen im Themenverzeichnis des Newsletters links neben dem Text kann man zu den jeweiligen Inhaltsabschnitten navigieren. Der Text scrollt dann zum entsprechenden Ankerpunkt der Internetseite, wo sich dann ein ›Top-Button‹ befindet, mit dem man an den Anfang der Internetseite gelangt und somit zurück zum Themenverzeichnis (www.interactions.de).

Durch Anwählen der Themen im Themenverzeichnis des Newsletters links neben dem Text kann man zu den jeweiligen Inhaltsabschnitten navigieren. Der Text scrollt dann zum entsprechenden Ankerpunkt der Internetseite, wo sich dann ein ›Top-Button‹ befindet, mit dem man an den Anfang der Internetseite gelangt und somit zurück zum Themenverzeichnis.

 

Die CD-ROM Produktion ›Digital Design 2000+‹ beinhaltet neben der interaktiv ansteuerbaren, dreistündigen Diskussion mit 18 Teilnehmern unter anderem ausführliche Lebensläufe der Redner des gleichnamigen Symposiums. Die Texte der Lebensläufe sind zum Lesen an selbstleuchtenden Medien (Display, Monitor, etc.) eigentlich viel zu lang. Es wäre allerdings auch schade gewesen, deswegen die interessanten Lebensläufe zu kürzen. Die Anker-Navigation ist hier ein Kompromiss. Mit Hilfe des Verzeichnisses, links neben dem scrollbaren Text, kann sich der Anwender den Bereich des Textes auswählen, für den er sich besonders interessiert.

Die CD-ROM Produktion ›Digital Design 2000+‹ beinhaltet neben der interaktiv ansteuerbaren, dreistündigen Diskussion mit 18 Teilnehmern unter anderem ausführliche Lebensläufe der Redner des gleichnamigen Symposiums. Die Texte der Lebensläufe sind zum Lesen an selbstleuchtenden Medien (Display, Monitor, etc.) eigentlich viel zu lang. Es wäre allerdings auch schade gewesen, deswegen die interessanten Lebensläufe zu kürzen. Die Anker-Navigation ist hier ein Kompromiss. Mit Hilfe des Verzeichnisses, links neben dem scrollbaren Text, kann sich der Anwender den Bereich des Textes auswählen, für den er sich besonders interessiert.

Suche

Für Archive und Lexika sind Suchfunktionen ein selbstverständliches und wesentliches Werkzeug, um Informationsmengen nach konkreten Kriterien zu durchsuchen. Dazu werden je nach Thematik und Absicht Filter und Suchfunktionen angeboten. Filter können z. B. vorgegebene Suchthemen sein, die der Anwender nur noch aus Listen auszuwählen braucht. So können Ergebnisse z. B. nach Preishöhe, Größe, Ort o.ä. ausgewählt und/ oder sortiert werden.

Mögliche Suchfunktionen sind z. B. boolsche Operatoren, durch die Textinhalte nach mehreren Worten mit ›AND‹ bzw. ›+‹ miteinander kombiniert durchsucht, durch ›OR‹ in einer Eventualität mit einbezogen oder mit ›–‹ ausgeschlossen werden können. Mit ›XOR‹ kann ein ›entweder oder‹ zwischen zwei Suchbegriffen, mit ›NEAR‹, ›BEFORE‹ und ›AFTER‹ die Nähe oder Position zweier Suchbegriffe zueinander definiert werden. Je nach Suchmaschine gibt es weitere Kombinationsformen und Kriterien. Die Eingabefelder von Suchfunktionen wirken zwar einfach, ihre wahre Potenz entfalten sie erst mit den boolschen Operationen. Sie sind quasi das verborgene Interface der Suchfunktion.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass eine Suchfunktion bei Nachschlagewerken und bei großen Textinhalten ein Bedürfnis darstellt, das sich in erster Linie auf die Menge der zur Verfügung gestellten Daten begründet. Die Ursache für das Benutzen einer Suchfunktion kann aber auch dadurch begründet sein, dass das Interfacedesign eines interaktiven Produkts so unübersichtlich ist, so dass der Anwender es vorzieht, über die Suchfunktion die gewünschten Bereiche zu finden, um zu vermeiden, sich einer schlecht durchdachten Struktur des Hauptmenüs aussetzen zu müssen.

Neben der Textsuche gibt es auch die Möglichkeit, nach Bild- oder Toninhalten zu suchen. Worte lassen sich leicht nach Deckungsgleichheit überprüfen und finden. Bei Bedeutungen, Bildern, Musik und Tönen wird dies erheblich schwieriger. Es gibt Suchmaschinen im Internet, die eine Bildersuche nach Begriffen anbieten, die sich entweder in einer vorher definierten Nähe zum Bild befinden oder im Titel der jeweiligen Bilddatei. Für die Suche nach Musik kann man z. B. bei www.hifind.com auch Stimmungen angeben, um einer semantischen Suche etwas näher zu kommen (siehe weiter oben unter ›Navigation – Ein Problemlösungsprozess‹). Pandora ist hingegen eine Art interaktives Internetradio, das die gehörte Musik analysiert und daraufhin Musik spielt, die der zuvor gehörten Musik ähnlich ist. Anhand einer Playlist und einigen Angaben, die man auf www.pandora.com eingegeben hat, sucht eine Datenbank nach geeigneten Alternativen. Zusätzlich kommt eine Software zum Tragen, mit der Melodie, Harmonie, Rhythmus, Instrumentierung, Gesang und anderes von über 10 000 Musikstücken verschiedenster Eigenschaften und Geschmacksrichtungen analysiert wurde. Die Entwickler von Pandora.com nennen ihre Entwicklung ›The Music Genome Project‹. Der Entwicklungsaufwand erklärt, weshalb dieser Service kostenpflichtig ist. Die Navigation verläuft bei einer solchen Suche nach der entsprechenden Justierung quasi automatisch bzw. besteht in der zuvorigen Festlegung von Einstellungen bzw. Kriterien. Suchangebote wie Pandora funktionieren aber erst dann gut, wenn sich möglichst viele Anwender beteiligen, die zudem einen möglichst unterschiedlichen Geschmack haben sollten. Die Datenbank analysiert nämlich nicht nur die Klänge und Eigenarten der einzelnen Musikstücke, sondern auch die vergleichenden Einträge bzw. das Nutzungsverhalten der einzelnen Zuhörer. Ganz nach dem Prinzip des Internet-Händlers amazon, der Alternativen anbietet, die sich aus den Verkaufsstatistiken ergeben: ›Wer dieses Produkt gekauft hat, hat auch folgendes gekauft‹.

Exemplarisch für den Navigationsvorgang einer Suche mit Hilfe einer darauf spezialisierten Soft ware ist hier ein Screenshot der Soft ware DEVONagent zu sehen, mit der man in bis zu 500 Suchmaschinen gleichzeitig im Internet suchen kann. Da eine Suche oft mit tausenden Treffern endet, zeigt diese Software mit Hilfe einer Grafik die Zusammenhänge und Nähe bestimmter Trefferbegriffe an. Um die Trefferquote möglichst niedrig zu halten und möglichst nur das Gesuchte zu finden, erfolgte die Suche über boolsche Operatoren. Um Screen- und Interfacedesign im Bereich von Hardware- Produkten zu finden und Treffer bezüglich Internetseiten und CD-ROM Produktionen zu vermeiden, wurden Begriffe mit folgenden boolschen Operatoren gewählt: ›screendesign XOR interfacedesign AND product XOR hardware NOT webdesign NOT cd-rom‹.

Screenshot der Suchmaschinen- Software DEVONagent (www.devon-technologies.com). Es wurde nach den Begriffen ›Screendesign‹ und ›Interfacedesign‹ gesucht. Allerdings bezogen auf Hardware-Produkte. Das Auffinden von Treffern aus den Bereichen ›Internet‹ und ›CD-ROM‹ sollte mit dem Einsatz von boolschen Operatoren vermieden werden.

Screenshot der Suchmaschinen- Software DEVONagent (www.devon-technologies.com). Es wurde nach den Begriffen ›Screendesign‹ und ›Interfacedesign‹ gesucht. Allerdings bezogen auf Hardware-Produkte. Das Auffinden von Treffern aus den Bereichen ›Internet‹ und ›CD-ROM‹ sollte mit dem Einsatz von boolschen Operatoren vermieden werden.

Alphabetische Index-Navigation

Die einfachste Form der Suche stellt jene innerhalb eines alphabetischen Indexes dar. Im jeweiligen Register setzt sich dann die alphabetische Suche fort, so wie es von gedruckten Nachschlagewerken bekannt ist.

Guided Tour

Die Guided Tour bietet die geringste Form an Navigation. Bei ihr bleibt oft nur das Auswählen von Themen, die dem Anwender dann vorgeführt werden. Es ist eine bequeme Art und Weise, sich Informationen anbieten zu lassen, ähnlich wie beim Fernsehen. Nur dass der Anwender Thema, Reihenfolge und Tempo noch selbst bestimmen kann. Diese Form der Navigation eignet sich besonders für Medien mit einem geringen Interaktionsangebot, wie z. B. DVD-Produktionen, oder für Zielgruppen, die nicht viel interagieren möchten. Oft sind Guided Tours auch nur ein kleiner Teil einer Multimedia-Produktion, die als Hilfefunktion bei komplexen Funktionen bzw. Inhalten weiterhelfen (siehe auch im Kapitel ›Zielgruppenanalyse und -ansprache‹ und dort unter ›Benutzergruppen – Kompetenzgrade‹).

Geleitete bzw. manipulierte Navigation

Mit Hilfe einer Guided Tour bzw. einer vorgegebenen Navigationsstruktur wird es möglich, Inhalte in didaktischer Reihenfolge anzubieten. Dies entspricht zwar zunächst nicht den Eigenschaften interaktiver Produkte, ist aber nicht grundsätzlich ein Widerspruch, wenn solche geleiteten Navigationen nur dann zum Tragen kommen, wenn es sich z. B. bei Lehr-/ Lernplattformen temporär bzw. in ausgewählten Bereichen empfiehlt, bestimmte Reihenfolgen einzuhalten. Eine solche geleitete Navigation ist in gewisser Hinsicht aber auch immer eine manipulierte, allerdings in der Regel ohne negative Absichten.

Der Entdecker des so genannten Mere Exposure-Effekts, Robert Zajonc, stellte eine Verhaltensweise des Menschen fest, die eine Manipulation der Navigation ermöglicht (Zajonc , R. B.: The attutidinal effects of mere exposure. In: Journal of Personality & Social Psychology, Monograph Supplement 9 (1968), Nr. 2, Pt. 2.). In seinen Studien präsentierte Robert Zajonc seinen Probanden chinesische Schriftzeichen so kurz und in so schneller Abfolge, dass die Versuchspersonen sich dieser gar nicht bewusst werden konnten. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden den Probanden diese Zeichen erneut vorgelegt und es konnte festgestellt werden, dass ihnen jene am besten gefielen, die ihnen am häufigsten präsentiert wurden. Verwunderlich ist besonders, dass die Probanden versicherten, diese Zeichen zuvor noch nie gesehen zu haben. Vergleichbare Experimente wurden von anderen Forschern bisher zahlreich wiederholt und führten stets zum selben Ergebnis. Diese Vorlieben lassen sich übrigens nicht nur mit komplexen Zeichen, sondern auch mit Farben durchführen.

Eigenwillige Navigationsformen

Neben den alltäglichen Navigationsformen gibt es auch welche, die vom Durchschnitt abweichen. Mal sind sie schwer zu durchschauen, mal sind sie gerade so, wie es der zu vermittelnde Inhalt fordert. Eigenwillige Inhalte machen bisweilen entsprechende Navigationsformen erforderlich oder zumindest sinnfällig. Oft stellen sie allerdings einen Widerspruch zur vom Anwender gewünschten Schaffung von Klarheit dar. Der Grund für die Einführung einer solchen Navigation sollte nie nur ein geschmäcklerisches Interesse an den jeweiligen ästhetischen und funktionalen Eigenschaften des gerade bevorzugten Navigationsangebots sein, sondern diese sollten in einem Zusammenhang mit den Inhalten stehen oder andere relevante Eigenschaften des Produkts unterstützen.

Die Absicht, ein möglichst kleines Menü anzubieten, kann zu einer entsprechend eigenwilligen Navigationsform führen, wie exemplarisch das Hauptmenü der CD-ROM-Produktion ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹ zeigt. Es besteht aus einem flachen rotierenden Würfel, auf dessen vorderen Seiten vier auswählbare Themenbereiche stehen. Die Rotation wirkt dreidimensional und setzt ein, sobald man den flachen Würfel mit dem Computer-Maus-Cursor überrollt. Dann gilt es solange zu warten, bis das gewünschte Thema erscheint, um es dann mit einem Mausklick auszuwählen.

Eine besondere Art der Navigation durch Inhalte wird bei dieser CD-ROM zudem durch Fragebögen geboten. Die CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹ ist eine experimentelle Dokumentation des gleichnamigen Symposiums, bei dem alle Redner denselben Fragebogen erhielten. Je nachdem, wie der Anwender der CD-ROM diesen Fragebogen selber beantwortet, werden ihm im Kapitel ›Link‹ jene Redner aufgelistet, deren Antworten seinen am ähnlichsten sind. So kann die Auswahl der Redner, aber auch deren Themen individuell auf den Anwender zugeschnitten sein. ‹ber einen Index können alle Redner aber auch alphabetisch sortiert ausgewählt werden. Wer bereits besucht wurde, ist in der Liste farbig markiert.

Um ein möglichst individuell personalifiziertes Ergebnis beim Suchen von Inhalten zu erzielen, eignet sich eine Suchmatrix als Navigationsangebot. Mit einer solchen Matrix kann z. B. eine Schnittmenge aus Ereignissen und Zielgruppen gebildet werden. Exemplarisch zeigt dies das studentischen Projekts ›Compath‹ (Compath‹ ist ein studentisches Projekt von Jochen Braun und Daniel Rieber, betreut von Torsten Stapelkamp, Fachbereich Gestaltung, FH Bielefeld.). Piktogramme repräsentieren dabei ›Livemusik‹, ›Sehenswürdigkeiten‹, ›Kneipe/Bar‹ und ›Restaurant‹. Die Zielgruppenkategorien sind definiert mit ›jung‹ (blau), ›aktiv‹ (rot) und ›klassisch‹ (violett). Die Kategorien dienen dazu, sich selbst zu den Ereignissen und die Ereignisse zu sich selber zuzuordnen, um so Orientierung im Sinne von Zuordnung zu schaffen.

Die Navigation durch die Inhalte dieser CD-ROM-Produktion wird durch Fragebögen den Interessen und Kenntnissen des Anwenders angepasst (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹).

Die Navigation durch die Inhalte dieser CD-ROM-Produktion wird durch Fragebögen den Interessen und Kenntnissen des Anwenders angepasst (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹).

Die Navigation durch die Inhalte dieser CD-ROM-Produktion wird durch Fragebögen den Interessen und Kenntnissen des Anwenders angepasst (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹).

Die Navigation durch die Inhalte dieser CD-ROM-Produktion wird durch Fragebögen den Interessen und Kenntnissen des Anwenders angepasst (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹).

Die Navigation durch die Inhalte dieser CD-ROM-Produktion wird durch Fragebögen den Interessen
und Kenntnissen des Anwenders angepasst (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹).

 

Die Absicht dieses Navigationsangebots lag in der Minimierung des Menüs (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹. Der Prototyp wurde 1995 von Studierenden an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) nach einem Konzept von Klaus Gasteier und Philipp Heidkamp erstellt).

Die Absicht dieses Navigationsangebots lag in der Minimierung des Menüs (CD-ROM ›Machine-Phantasies – Phantasy-Machines‹. Der Prototyp wurde 1995 von Studierenden an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) nach einem Konzept von Klaus Gasteier und Philipp Heidkamp erstellt).

 

Eine Matrix eignet sich hervorragend, um in größeren Datenmengen eine Kombinationssuche zu ermöglichen. Bei dieser DVD-Produktion über die Hochschule digitaler Medien, HdM Stuttgart, erstellt von group of pictures, Köln, können Projektarten kombiniert mit Medientypen gesucht werden.

Eine Matrix eignet sich hervorragend, um in größeren Datenmengen eine Kombinationssuche zu ermöglichen. Bei dieser DVD-Produktion über die Hochschule digitaler Medien, HdM Stuttgart, erstellt von group of pictures, Köln, können Projektarten kombiniert mit Medientypen gesucht werden.

Links im Bild werden die Symbole und Kombinationen angezeigt, die man mit der Slotmachine, rechts im Bild, erspielt haben muss, um eines der links angezeigten Kapitel überhaupt erreichen zu können (www.lodger.tv).

Links im Bild werden die Symbole und Kombinationen angezeigt, die man mit der Slotmachine, rechts im Bild, erspielt haben muss, um eines der links angezeigten Kapitel überhaupt erreichen zu können (www.lodger.tv).

 

Mit einer solchen Matrix kann eine Schnittmenge aus Ereignissen und Zielgruppen gebildet werden. Diese Matrix ist Teil des studentischen Projekts ›Compath‹ von Jochen Braun und Daniel Rieber, betreut von Torsten Stapelkamp, Fachbereich Gestaltung, FH Bielefeld.

Mit einer solchen Matrix kann eine Schnittmenge aus Ereignissen und Zielgruppen gebildet werden.
Diese Matrix ist Teil des studentischen Projekts ›Compath‹ von Jochen Braun und Daniel Rieber,
betreut von Torsten Stapelkamp, Fachbereich Gestaltung, FH Bielefeld.

 

Die einzelnen Funktionselemente sind: 1) mobile Speicherkarte 2) gedruckter Reiseplaner 3) Computer mit Bluetooth-Empfangsgerät und Internetzugang 4) PDA mit GPS Empfangseinheit und Kamera

Die einzelnen Funktionselemente sind: 1) mobile Speicherkarte 2) gedruckter Reiseplaner 3) Computer
mit Bluetooth-Empfangsgerät und Internetzugang 4) PDA mit GPS Empfangseinheit und Kamera.

 

Exemplarischer Navigationsablauf

Mit Navigation bewegt man sich sowohl im Raum, als auch in den sich bietenden Möglichkeiten. Das Navigieren und der Gebrauch von Funktionen werden dabei zu einem identischen Ablauf. Der Ablauf einer Navigation wird zum Funktionsablauf, sobald man in die Navigation aktiv eingreift, Funktionsmöglichkeiten miteinander kombiniert und deren Eigenschaften nutzt. Die Bezeichnungen ›Navigationsablauf‹ und ›Funktionsablauf‹ entsprechen sich in diesem Zusammenhang gegenseitig und können deckungsgleich verwendet werden.

Anhand des Projekts ›Passepartout‹(›Passepartout‹ ist ein Projekt des Studenten Andreas Nickel, das im einsemestrigen Seminar ›Crossmedia Publishing‹ bei Torsten Stapelkamp im Fach ›Gestaltung interaktiver Medien‹ an der FH Bielefeld entstand.) wird exemplarisch ein Funktionsablauf, sprich die Navigation durch die funktionalen Möglichkeiten eines interaktiven Produkts, detailliert beschrieben.

›Passepartout‹ ist Reiseplaner und Reiseführer in einem. Vorbereitet wird die Reise mit einem gedruckten Reiseführer, der alle klassischen Informationen bereithält. Aktualisiert werden die Informationen mittels einer Internetseite und genutzt werden die ausgewählten Informationen über ein PDA. Mit dem PDA werden sowohl aktuelle Informationen von der Internetseite empfangen, als auch Informationen an die Internetseite abgegeben. Auf diesem Wege können sich Reisende gegenseitig Informationen zukommen lassen und z. B. Reiserouten empfehlen. Der PDA besitzt zudem einen GPS-Empfänger, um die genaue Position zu bestimmen, und eine Kamera. Diese wird benötigt, um Barcodes einlesen zu können und um Schriftzeichen und Texte aufzunehmen, die mit einer bereits vorinstallierten Software gescannt und in die gewünschte Sprache übersetzt werden. Der PDA beinhaltet alle Daten, die sich auch im gedruckten Reiseplaner befinden, allerdings ergänzt um jene Medienanteile, die sich nicht mit Printmedien, aber mit einem PDA darstellen lassen (Animation, Video, Ton, über das Internet dynamisch veränderbare Inhalte etc.).

Hier wird am Projekt ›Passepartout‹ schematisch gezeigt, wie eine bereits vorhandene Route aus dem Internet geladen und zu einem Tourenplan erweitert werden kann. Zunächst wird über das Routenarchiv ein Reisebericht geladen. Dieser beinhaltet eine Art Tagebuch bzw. Bericht über eine bereits von anderen Reisenden erlebte und kommentierte Reise. Diese Berichte sind im Internet mit einem Code versehen, der in den PDA eingegeben werden kann, um so alle im Bericht beschriebenen Routen und Beschreibungen per Internet auf den PDA zu übertragen (siehe ›a‹ bei der Abbildung der Website). Im gedruckten Reiseplaner sind empfohlene Reiserouten ebenfalls mit einem Strichcode abgebildet, der über die Kamera des PDA eingelesen werden kann, um in den auf ihm gespeicherten Daten nur die gerade erforderlichen herauszusuchen (siehe ›b‹ in den Abbildungen des gedruckten Reiseplaners).Hier wird am Projekt ›Passepartout‹ schematisch gezeigt, wie eine bereits vorhandene Route aus dem Internet geladen und zu einem Tourenplan erweitert werden kann. Zunächst wird über das Routenarchiv ein Reisebericht geladen. Dieser beinhaltet eine Art Tagebuch bzw. Bericht über eine bereits von anderen Reisenden erlebte und kommentierte Reise. Diese Berichte sind im Internet mit einem Code versehen, der in den PDA eingegeben werden kann, um so alle im Bericht beschriebenen Routen und Beschreibungen per Internet auf den PDA zu übertragen (siehe ›a‹ bei der Abbildung der Website). Im gedruckten Reiseplaner sind empfohlene Reiserouten ebenfalls mit einem Strichcode abgebildet, der über die Kamera des PDA eingelesen werden kann, um in den auf ihm gespeicherten Daten nur die gerade erforderlichen herauszusuchen (siehe ›b‹ in den Abbildungen des gedruckten Reiseplaners).

Hier wird am Projekt ›Passepartout‹ schematisch gezeigt, wie eine bereits vorhandene Route aus dem Internet geladen und zu einem Tourenplan erweitert werden kann. Zunächst wird über das Routenarchiv ein Reisebericht geladen. Dieser beinhaltet eine Art Tagebuch bzw. Bericht über eine bereits von anderen Reisenden erlebte und kommentierte Reise. Diese Berichte sind im Internet mit einem Code versehen, der in den PDA eingegeben werden kann, um so alle im Bericht beschriebenen Routen und Beschreibungen per Internet auf den PDA zu übertragen (siehe ›a‹ bei der Abbildung der Website). Im gedruckten Reiseplaner sind empfohlene Reiserouten ebenfalls mit einem Strichcode abgebildet, der über die Kamera des PDA eingelesen werden kann, um in den auf ihm gespeicherten Daten nur die gerade erforderlichen herauszusuchen (siehe ›b‹ in den Abbildungen des gedruckten Reiseplaners).

Hier wird am Projekt ›Passepartout‹ schematisch gezeigt, wie eine bereits vorhandene Route aus dem Internet geladen und zu einem Tourenplan erweitert werden kann. Zunächst wird über das Routenarchiv ein Reisebericht geladen. Dieser beinhaltet eine Art Tagebuch bzw. Bericht über eine bereits von anderen Reisenden erlebte und kommentierte Reise. Diese Berichte sind im Internet mit einem Code versehen, der in den PDA eingegeben werden kann, um so alle im Bericht beschriebenen Routen und Beschreibungen per Internet auf den PDA zu übertragen (siehe ›a‹ bei der Abbildung der Website). Im gedruckten Reiseplaner sind empfohlene Reiserouten ebenfalls mit einem Strichcode abgebildet, der über die Kamera des PDA eingelesen werden kann, um in den auf ihm gespeicherten Daten nur die gerade erforderlichen herauszusuchen (siehe ›b‹ in den Abbildungen des gedruckten Reiseplaners).

Hier wird am Projekt ›Passepartout‹ schematisch gezeigt, wie eine bereits vorhandene Route aus dem Internet geladen und zu einem Tourenplan erweitert werden kann. Zunächst wird über das Routenarchiv ein Reisebericht geladen. Dieser beinhaltet eine Art Tagebuch bzw. Bericht über eine bereits von anderen Reisenden erlebte und kommentierte Reise. Diese Berichte sind im Internet mit einem Code versehen, der in den PDA eingegeben werden kann, um so alle im Bericht beschriebenen Routen und Beschreibungen per Internet auf den PDA zu übertragen (siehe ›a‹ bei der Abbildung der Website). Im gedruckten Reiseplaner sind empfohlene Reiserouten ebenfalls mit einem Strichcode abgebildet, der über die Kamera des PDA eingelesen werden kann, um in den auf ihm gespeicherten Daten nur die gerade erforderlichen herauszusuchen (siehe ›b‹ in den Abbildungen des gedruckten Reiseplaners).

Die auf der Internetseite beschriebenen Routen können vom Anwender gelesen und deren Eigenschaften und Daten in Form eines Strichcodes kodiert bzw. mit dem PDA übernommen werden. Mit dem Tourenplaner kann die optimale Reiseroute und Reisemethode ermittelt und anschließend ausgedruckt werden. Die Bestimmung der Verkehrsmittel auf der Internetseite vervollständigt den Tourenplan (siehe ›b‹ in der Abbildung der Internetseite). Mit dem Erwerb des Reiseplaners und der dazu gehörigen Speicherkarte erhält der Käufer das notwendige Passwort, das ihn dazu berechtigt, sich auf der Internetseite einloggen zu können (siehe ›c‹ in der Abbildung der Internetseite).

Die Internetseite von ›Passepartout‹ kann über den PDA aufgerufen und aktualisiert werden.

Die Internetseite von ›Passepartout‹ kann über den PDA aufgerufen und aktualisiert werden.

GPS-Navigation mit dem PDAGPS-Navigation mit dem PDA

GPS-Navigation mit dem PDAGPS-Navigation mit dem PDA

GPS-Navigation mit dem PDA

GPS-Navigation mit dem PDA

Die Funktion der GPS-Navigation befähigt den Anwender jederzeit seine eigene Position zu bestimmen und gegebenenfalls eine Route zum Zielort errechnen zu lassen (a) (siehe PDA-Abbildung links oben). Eine Route kann im Vorfeld vorbereitet und bei Bedarf wieder aufgerufen werden (b). Die GPS-Navigation bietet die Möglichkeiten einer konventionellen Karte (c) mit dem zusätzlichen Service eines Wegweisers.

Hierzu wird beispielsweise eine Stadtkarte geladen, die alle Sehenswürdigkeiten enthält. Der Anwender hat nun die Wahl, welche Objekte er sehen möchte (d). Die ausgewählten Objekte werden zu einer Route (e) zusammengestellt, diese wird gespeichert und kann jederzeit bearbeitet werden (f). Hat der Anwender seinen Reiseort erreicht, registriert die GPS-Software seine Position und dirigiert ihn zum nächstgelegenen Objekt. Dort angekommen, richtet der Anwender seinen PDA auf die Sehenswürdigkeit, die entweder über die Kamera im PDA durch einen Strichcode am Objekt oder per Funk identifiziert wird. Sobald die Sehenswürdigkeit erkannt wurde, zeigt der virtuelle Reiseführer alle betreffenden, in ihm abgespeicherten Informationen an und kann z. B. einen Vortrag starten und den Anwender von Objekt zu Objekt führen. Verlässt der Anwender die Route, unterbricht der Reiseführer seinen Vortrag und macht erst dann weiter, wenn der Anwender seinen PDA erneut auf ein Objekt richtet. Dabei behält der Anwender jederzeit die ‹bersicht über seine eigene Position und die der in der Nähe befindlichen Objekte (g).

Dieses Angebot kann zudem mit dem Konzept von Semipedia.org kombiniert werden. Mit dem sich reale Orte mit den Informationen von Wikipedia.org verbinden lassen, indem entsprechende Barcodes an realen Orten hinterlegt werden (siehe www.semapedia.org, aber auch ›2D Barcode‹ bzw. ›Interaktivität für strategische Auswahlmöglichkeiten‹ im Kapitel ›Interactiondesign‹).

Wesentliche Eigenschaften einer Navigation

Unabhängig von den Kompetenzen und Erfahrungen der jeweiligen Anwender ist deren Navigationsverhalten in einer virtuellen Umgebung identisch mit dem in einer natürlichen. Navigation ist und bleibt ein Problemlösungsprozess, bei dem sich für einen Anwender im Wesentlichen drei Fragen stellen:

  • Wo gibt es das, was man benötigt bzw. finden will?
  • Wie kommt man dorthin?
  • Welche Hilfsmittel werden dazu benötigt?

Navigation

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